Die Pfarre und die Pfarrkirche

Im Jahr 927 taucht erstmals der Name „Talham“ auf, ohne dass die wahrscheinlich vorhandene Holzkirche erwähnt wird. Anstelle dieses hölzernen Gotteshauses wurde im Auftrag des Abtes Pezelinus von Kremsmünster eine neue Kirche in Massivbauweise in Auftrag gegeben und 1070 von Bischof Altmann von Passau eingeweiht. Damals war die Pfarre Thalheim sehr ausgedehnt: laut Pfarrchronik (1659) umfasste sie die heutigen Gemeinden Steinhaus und Sattledt bis Voitsdorf, sowie Teile von Sipbachzell und Schleißheim.

Die 1070 geweihte Pfarrkirche war im Stil der Romanik erbaut worden. Reste aus dieser Zeit sind nicht mehr erhalten. Mitte des 15. Jh. erhielt die Kirche jene Gestalt, in der sie sich noch heute zeigt: Grundriss, Gewölbe, Säulen und Tore haben sich seither nicht verändert.

Das Barock bescherte dem Gotteshaus eine neue Einrichtung und eine reizvolle Turmzwiebel. Nicht vorteilhaft für die Kirche waren die Bestrebungen in der 2. Hälfte des 19.Jh., den ursprünglichen gotischen Charakter wieder herzustellen: viele wertvolle Arbeiten, u.a. der barocke Hochaltar und die Barockkuppel des Turmes fielen diesem Modewahn zum Opfer. Das frühere Altarblatt, das den Hl. Stephanus darstellt und vom Kremser Schmitt geschaffen worden war, befindet sich derzeit in der Pfarrkirche Sattledt. Überlebt haben die barocke Kanzel mit den 4 Evangelisten, sowie die beiden Seitenaltäre aus der Zeit 1656-58. Die Heiligenstatuen (linker Altar: Barbara, Maria, Katharina, Vitus; rechter Altar: Martin, Erasmus, Florian, Michael) könnten vom Passauer Johann Seitz, dem Schöpfer der Schauersberger Altarfiguren, stammen.

Die Glasgemälde im Altarraum (1881-83) zeigen Darstellungen aus dem Leben des Hl. Stephanus, des Pfarrpatrons von Thalheim, dem die Pfarrkirche geweiht ist. Zur gleichen Zeit wurde die steinerne Orgelempore anstelle des hölzernen Musikchores sowie ein neues Stiegenhaus errichtet.

Die Orgel stammt aus dem Jahr 1885 und enthält 24 Register und 1500 Pfeifen.

Die Kirche ist dreischiffig, dreijochig und netzrippengewölbt. Besonders schön sind das edel gegliederte Hauptportal und das Südtor. An den Türen sind die gotischen Eisenbeschläge noch erhalten.

Der Turm der Pfarrkirche ist 51,66 m hoch.

 

Die Wallfahrtskirche Maria Schauersberg

Die Kirche Mariä Himmelfahrt zu Schauersberg ist eine spätgotische Saalkirche mit einem reizvollen, halb eingemauerten Turm. Laut Legende ist Graf Sigmund von Pollheim, damaliger Besitzer der Burg Steinhaus, gichtkrank aus der Gefangenschaft der Sarazenen zurückgekehrt. Schon fast zu Hause angelangt erreichte ihn auf der Anhöhe des Steinhauser Waldes (Schauersberg) ein furchbares Gewitter. Durch einen Blitz fiel er betäubt zu Boden. Als er erwachte, war die Gicht geschwunden. Als Dank für diese Heilung gelobte der Graf, an dieser Stelle eine Kirche zu bauen. – Laut Pfarrchronik gab es 1446 bereits eine alte, kleine Marienkapelle an dieser Stelle.

Als Jahr der Kirchweihe dieses neuen Gotteshauses wird 1490 angegeben.

Den Hochaltar schmückt eine Muttergottesstatue, darüber halten zwei Engel eine Inschrift, die in deutscher Übersetzung lautet: „Komme vom Libanon, o Braut, du sollst gekrönt werden!“ Es handelt sich um eine spätgotische Madonna, die um 1460 entstanden ist. In der Barockzeit war es Brauch, jedes Jahr der Gottesmutter ein neues Kleid zu stiften. Josef II. verbot diese jährliche Neueinkleidung und ließ einen Mantel aus Holz anfertigen. Sogar die rechte Hand wurde der Figur abgesägt, denn sie war dem Holzmantel im Wege.

Der Altar wird von 4 überlebensgroßen, von Johann Seitz (1661/64) stammenden Heiligen flankiert: Petrus, Joachim, Anna und Paulus. Über dem Rundbogen thront Gottvater mit der Weltkugel und der Heiligengeisttaube. Die Statuen des Aufsatzes stellen zwei römische Märtyrer, Johannes und Paul, die als „Wetterherren“ verehrt wurden, dar.

Der Hochaltar tragt die Jahreszahl 1665, das Wappen von Kremsmünster und das des Abtes Plazidus Buechauer.

Der linke Seitenaltar ist dem Hl. Leonhard, der rechte dem Leidenden Heiland geweiht. An diesem sind weiters die Statuen des Hl. Benedikt, der Hl. Scholastika, des Hl. Peregrin, anbetende Engel, Gottvater mit der Weltkugel und die Heiligengeisttaube zu sehen.

Ein weiteres Schmuckstück der Kirche ist die barocke Kanzel mit den Kleinplastiken der vier lateinischen Kirchenväter: Augustinus, Ambrosius, Hieronymus und Gregor d. Große. Die letztere fehlt seit vielen Jahrzehnten. Auf dem Schalldeckel steht Johannes der Täufer mit der Fahne. – Zur 500-Jahr-Feier 1990 wurde das rückwärtige schmiedeeiserne Gitter bis zur Nordwand verlängert.

In Schauersberg findet jeden Sonntag um 9 Uhr der Gottesdienst statt, an den Marienmonaten Mai und Oktober ist jeden Sonntag eine Marienfeier um 15 Uhr.

 

Die Kirche St. Ägyd

Das alte Kirchlein am Reinberghang wurde zu Ehren des Hl. Ägydius vom Bischof Diepoldus von Passau am 11. April 1189 geweiht. In der Weiheurkunde wird mehrmals die besondere Lage am Brückenkopf bei Wels betont. An der Pyhrnpassstraße gelegen, grüßte sie schon vor mehr als 800 Jahren die vielen Wallfahrer, die nach Rom unterwegs waren bzw. die Kreuzfahrer, die ins Heilige Land zogen. Es muss aber schon vor dieser Zeit eine einfache Ägydi-Kapelle bestanden haben, da in einer Urkunde aus dem Jahr 1128 über Einkünfte von St. Äegydi berichtet wird. Der Brückenmeister von Wels hatte mit dem Erlös des Bruckamtes für die Erhaltung der Traunbrücke sowie für die Instandhaltung der Ägydikirche und deren Friedhofsmauer zu sorgen. Ein einziges schmiedeeisernes Grabkreuz erinnert noch an diesen Friedhof, der um 1898 aufgelassen wurde.

Die gotische Bauweise von St. Ägyd ist nahezu unverfälscht erhalten.  Die Einrichtung erfuhr allerdings im Lauf der Jahrhunderte manch einschneidende Veränderung. Der barocke Hochaltar steht heute in Weißkirchen, der steinerne gotische Tisch dient jetzt als Volksaltar.

An der Nordwand finden wir sehr schöne Statuen der hll. Lambert, Isidor und Rochus, an der Südwand den hl. Sebastian. Vom ehemaligen Hochaltar ist noch das Altarblatt (Ägydius) erhalten und hängt ebenfalls an der Südwand. Die wunderschöne Kanzel wurde 1678 vom reichen Welser Bürger Matthias Maxwald gespendet (derselbe hatte auch den Hochaltar gestiftet).

Ein besonders bemerkenswertes Stück ist das Orgelpositiv, das 1970 aus Zupfing bei Grieskirchen angekauft wurde.

Aber auch die moderne Kunst passt hervorragend in die gotische Kirche. 1976 schuf die Oberwanger Künstlerin Lydia Roppolt farbige Glasfenster: im vorderen Bereich stellen sie die Nothelfer dar (einer von ihnen ist bekanntlich Ägydius), im Chor haben sie meditativen Inhalt.

An der Nordwand segnet der Hl. Christophorus die Reisenden (das Fresko ist um 1500 entstanden und wurde 1964 restauriert).

Ein alter Römerstein mit der Darstellung einer Jünglingsfigur, der liegend in die Nordseite eingemauert ist, wurde 1960 bei Restaurierungsarbeiten entdeckt. – Die letzte Renovierung fand 1987 anlässlich der 800-Jahr-Feier statt.